Was Dunkelheit doch alles ans Licht bringt – „Komödie im Dunkeln“ am ESG
Am Freitag, den 19. und Samstag den 20. Juni 26 präsentierte die Theater-AG des ESG die 1965 von Peter Shaffer geschriebene „Komödie im Dunkeln“. Diese Komödie zählt zu den bekanntesten Stücken des britischen Autors (1926-2016) und lebt von einer außergewöhnlichen Idee: Das Publikum sieht das Geschehen auf der Bühne, aber die Schauspielerinnen und Schauspieler müssen so agieren, als sei für sie der Raum dunkel. Jeder kann sich vorstellen, dass es zu Verwechslungen, Fehleinschätzungen und brenzligen Situationen kommt – das ist das, was diese Komödie so unterhaltsam macht.
Der Bildhauer Brindsley Miller (Felipe Oberleitner) wartet zusammen mit seiner Verlobten Carol Melkett (Marie Broochs) auf bedeutsame Gäste. Der Künstler will sich seinem zukünftigen Schwiegervater (Mirijam Merl) vorstellen und erhofft sich von dem Besuch des Kunstsammlers Giorgio Gianni (als Überraschungsgast Andrea Wolff) einen Karriereschub. Die Wohnung wurde dafür auf eher unkonventionelle Art aufgehübscht: Brindsley hat das Mobiliar und die Einrichtungsdekoration bei seinem momentan verreisten Nachbarn Harld Gorringe (Jack Mergel als Gast) eben mal „ausgeliehen“. Doch der Abend läuft schon vor dem Eintreffen der Gäste aus dem Ruder, weil der Strom ausfällt. Vor dem Anzünden von Streichhölzern warnen die Stadtwerke ausdrücklich, es bleibt den Anwesenden nur, sich irgendwie mit der Situation zu arrangieren. Dass die Gäste nicht ganz unkompliziert sind, erhöht das Chaos. Colonel Melkett ist alles andere als angetan von seinem Schwiegersohn in spe, ist dafür aber dauergenervt und wirklich immer kurz vorm Explodieren. Die Nachbarin Miss Furnival (Mia Schmalzhaf) wirkt mit ihrer eher nervösen Art auch nicht gerade beruhigend und zu allem Überfluss kommt der überdrehte Nachbar Harold Gorringe, eine Diva mit dem enormen Potential des Beleidigtseins, vorzeitig aus dem Urlaub. Als ob das nicht genug wäre, nein, die hinterlistige und zickige Clea (Mairin Praeg) , Brindsleys frühere Partnerin, muss auch noch die Wohnung bereten. Am Schluss gesellen sich noch der nichtsahnende Stadtwerkeangestellte Toni Trappani (Elena Malagoli) und der taub-verwirrte Kunstsammler (Andreas Wolff als Gast) dazu.
Beziehungen werden auf die Probe gestellt, Wahrheiten ausgesprochen, es entsteht ein menschlich-soziales Wirrwarr, das die Zuschauerinnen und Zuschauer lachen lässt, aber auch nachdenklich zu machen versteht. Was ist das, was wir „bei Lichte besehen“, was ist Wahrheit, was vielleicht ein Irrlicht?
Temporeich und mit Witz spielten die Schülerinnen und Schüler und ihre für die Aufführungen engagierten Gäste, sie gaben den Figuren ausgeprägte Charakterzüge und rissen das Publikum mit.
Regie hatten wieder Torsten Zander und Daniel Fais geführt, für die Technik waren Anton Reuß, Frederic Stürner und Antek Swiergiel verantwortlich. Das Bühnenbild hatte die AG gestaltet, die ausgestellten Kunstwerke hatte Andreas Zinn bereitgestellt. Unterstützt wurden die Schauspielerinnen und Schauspieler durch Helena Sailer (Souffleuse).
Das Publikum war begeistert und applaudierte allen Beteiligten laut und lang.

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